Ely’s Blog: How to break into M&A

Du willst also ins M&A? Gut. Dann akzeptiere zuerst eine unbequeme Wahrheit...

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Der Weg ist selten „linear“, und fast nie „fair“. Viele bekommen am Anfang Absagen, sehen andere scheinbar mühelos durchrutschen und denken dann, sie seien nicht gut genug. Das ist meistens Nonsens. Recruiting ist ein Funnel, kein Urteil über deinen Wert und bei vielen Banken kommen die meisten Einstiege über strukturierte Pipelines, und die Anzahl der Slots ist begrenzt. Das allein erklärt schon, warum selbst gute Kandidaten öfter verlieren als gewinnen. 

1) Hör auf, dich von Absagen definieren zu lassen. Arbeite dich hoch.

Es gibt diesen Satz, den man ständig hört: „Es ist nur Networking.“ Das wird gerne als Ausrede genutzt, um nicht Leistung als das Wichtigste zu definieren und einfach zu machen. Networking hilft, ja selbstverständlich, aber Networking allein ersetzt keine Substanz. Wenn du noch kein ausreichend starkes Profil hast, ist Networking nur eine Nebentätigkeit.

Was wirklich funktioniert, ist unten anzufangen und sich hochzuarbeiten. Du sammelst Schritt für Schritt relevantere Praktika, bis dein Lebenslauf von selbst erklärt, warum du ein Interview bekommen solltest. Genau deshalb sind Einstiege über die Big4, im Valuation, den Transaction Services, in kleineren M&A-Boutiquen oder Wirtschaftsprüfer für viele kein Plan B, sondern die logische Rampe. Investment Banken wollen ein Signal: „Er/Sie hat schon mal unter echten Bedingungen abgeliefert.“ Und dieses Signal bekommst du nicht durch einen weiteren Kurs, sondern durch belastbare Stationen und harte Bullets in deinem Lebenslauf.

Wichtig ist auch: Recruiting ist oft zweigeteilt. Es gibt strukturierte, „core/target“-getriebene Prozesse und später den weniger strukturierten Rest, wo Referrals und Sichtbarkeit stärker zählen. Wenn du nicht im perfekten Kanal startest, ist das nicht das Ende, aber es bedeutet, dass du mehr Wiederholungen brauchst. Mehr Bewerbungen, mehr Gespräche, mehr Anläufe und das ist normal.

2) Eine Target-Uni ist ein Verstärker, kein Ersatz.

Target hilft. Punkt. Vor allem, weil Prozesse und Präsenz auf dem Campus oft strukturiert sind, relevante Firmen zu dir auf den Campus kommen und ein Teil der Plätze genau darüber gefüllt wird.  

Aber Target ist kein Ersatz für Leistung. Und Non-Target ist kein Todesurteil, wenn du deine Story sauber baust.

Wenn du im Bachelor nicht an der perfekten Uni bist, dann mach das Spiel nicht emotional, sondern strategisch. Nutze den Bachelor, um die ersten relevanten Stationen zu holen. Wenn du später einen Master planst, dann kannst du dort die Target-Schiene konsequenter anvisieren. Das ist kein Ego-Thema, das ist reine Wahrscheinlichkeit.

Und ja, das bedeutet auch: du musst dich manchmal bewusst in unangenehme Situationen werfen. Ausland ist kein Pflichtprogramm, aber ein Hebel. Erstens, weil du deinen Radius massiv erweiterst. Zweitens, weil du automatisch extrovertierter wirst, wenn du nicht in deinem gewohnten Umfeld bleibst. Drittens, weil viele Teams Internationalität als Proxy für Belastbarkeit sehen und sogar insb. in der Strategieberatung es oft vorausgesetzt wird.

3) Lerne die richtigen Dinge und hör auf, dich mit Kursen und Content verarschen zu lassen.

Viele Studierende „bereiten sich vor“, indem sie endlos Content konsumieren. Das fühlt sich nach Arbeit an, ist aber oft nur Prokrastination mit besserem Marketing.

Du brauchst eine brutal einfache Logik: Lerne das, was im Job tatsächlich produziert wird. Analysten bauen Analysen, Modelle, Pitchbooks, machen Research und bereiten Deal-Materialien vor. Genau diese Deliverables sind der Kern des Trainings.  

Wenn du das verstehst, wird deine Vorbereitung automatisch besser: Du trainierst nicht „Finance-Wissen“, du trainierst deinen Output.

Und jetzt der Punkt, den viele unterschätzen: Das technische Wissen ist wichtig, aber es entscheidet nicht allein. In vielen Interviews ist der technische Teil ein Mindeststandard. Wenn du ihn nicht kannst, bist du raus. Aber wenn du ihn kannst, bist du noch lange nicht drin. Der Unterschied entsteht oft bei Fit und Chemie mit dem Team.

Investment Banking ist ein People’s Business. Nicht im Sinne von „sei nett“, sondern im Sinne von: Man arbeitet in kleinen Teams unter Druck. Deals laufen über Beziehungen, Vertrauen, Geschwindigkeit und Kommunikation. Deal Teams sind klein, Hierarchien klar, und die Arbeit fließt von unten nach oben. Du musst als Junior so arbeiten, dass Seniors dir vertrauen können und ihre Arbeit durch dich weniger wird.

Hier kommt es auf Chemie, Verlässlichkeit, Tonalität und Timing an. Viele scheitern nicht, weil sie ein DCF nicht erklären können, sondern weil niemand mit ihnen 90 Stunden pro Woche in einem Datenraum sitzen will um sich kalte Asia-nudeln reinzuschaufeln.

4) Das erste M&A-Interview fühlt sich komisch an. Das gehört so.

Wenn du dein erstes Interview bei einer Investmentbank hast, besonders in der DACH-Region, wirkt es oft wie ein seltsamer Mix aus Präzision und Smalltalk. Du wirst fachlich abgeklopft, aber gleichzeitig wird getestet, ob du im Team funktionierst. In strukturierten Prozessen kommen häufig mehrere Runden bis hin zum Superday-Format und du solltest darauf eingestellt sein, dass es anstrengend wird.

Wichtig ist: Geh da nicht rein wie in eine Uni-Prüfung. Es ist keine Wissensabfrage. Es ist ein Eignungstest für ein Hochdruckumfeld. Wenn du etwas nicht weißt, sag es und rede nicht um den heißen Brei rum. Das strengt den Interviewer meistens nur an. Aber bitte denke in Ruhe nach, bevor du sagst, dass du etwas nicht weißt.

Und ja, du musst extrovertiert genug sein, um deine Ideen zu kommunizieren, deine Fragen zu stellen und dich zu zeigen. Nicht als Selbstdarsteller, sondern als jemand, der Initiative übernimmt. Wenn du nach einer Absage verschwindest, verlierst du. Wenn du dranbleibst, neue Stationen sammelst und wiederkommst, wirst du plötzlich „interessant“.

5) Die Arbeitszeiten sind brutal, aber das ist deine Schule.

Investment Banking ist zeitintensiv. In vielen Teams sind 80 bis 110 Stunden pro Woche Realität, gerade als Analyst. Aber das ist in vielen high paced Enviroments genauso. Sprich doch gerne mal mit einem Assistenzarzt der Chirurgie, der mehrere Nachtdienste und Bereitschaftsdienste hinter sich hat. Oder frage mal nach den Stunden eines jungen Anwalts in einer Großkanzlei die an einem €500m Merger arbeiten. Du wirst überrascht sein.

Wenn du nun im Banking bist und du jeden Task als Monkey Work empfindest, wirst du verbittert. Wenn du es aber klug spielst, ist es eine bezahlte Ausbildung in Execution, Kommunikation, Priorisierung und Qualität unter Zeitdruck. Jedoch meist nicht in einem guten Stundenlohn.

Der richtige Blick sollte sein: Du wirst gezwungen, Standards aufzubauen, die du später als Operator, Investor oder Gründer wiederverwenden kannst. Sauberes Denken, sauberes Arbeiten, sauberes Kommunizieren und das berühmte „Attention to Detail“. Das ist der eigentliche Gewinn, wenn du langfristige Ziele hast.

Warum Elycor das überhaupt schreibt

Weil viele Studierende oder Abiturienten entweder verunsichert sind, in die falschen Hebel investieren oder ein falsches Bild vom M&A haben. Wir bauen Elycor, um genau diese Lücke zu schließen: weniger Mythos, mehr praktisches Handwerk bei unseren Projekten mit echtem Wissensaustausch und einem einzigartigen familiären Netzwerk.

No hype. No excuses. Just repetitions and progression.